Schnapsen – die Geschichte (Teil 2)
11. Jun 2010
Doch ganz gleich, woher der Name stammt, das Ziel des Schnapsens ist immer das Gleiche. Durch Ansagen und Stiche sollen so schnell wie möglich 66 Augen gesammelt werden. Nach einem Spiel erhält jeder, ob das Spiel gewonnen oder verloren wurde, Punkte. Die Augenwerte unterscheiden sich je nach Karte. Mit elf Augen ist das As die höchste Karte, zehn Augen gibt es logischerweise für die Zehn. Bube, Dame und König zählen zwei, drei und vier Augen. Nahe Verwandte hat das Schnapsen nicht nur im Sechsundsechzig, wie es in vielen – vor allem nördlichen – Teilen Deutschlands genannt wird. So sind auch Tute (Spanien), Snapszli (Ungarn) und Tyziacha (Russland) nahe Verwandte des Schnapsens.
Doch vor allem ist das Spiel in Ostösterreich sehr verbreitet und wegen seiner Einfachheit auch sehr beliebt. Gespielt wird hier mit den französischen Karten, während im Westen Österreichs und im Süden mit den Doppel-Deutschen Karten gespielt wird. Obwohl wenige Karten im Spiel sind und die Regeln denkbar einfach, benötigt man doch eine große Portion Konzentration.
Die Begriffe im Bauern Schnapsen, letzter Akt
14. Mai 2010
Gespielt wird dieses Sonderspiel des Bauernschnapsens aber in geselligen Runden in beiden Städten total unterschiedlich. Und würde sich ein Kartenspieler aus Köln dazu gesellen, so würde er bei beiden Erklärungen vielleicht nur „Bahnhof“ verstehen, da er diese Sonderversion beim Schnapsen wieder in einer ganz anderen Form kennt. Apropos Bauernschnapsen. Fragen Sie doch mal einen Österreicher nach „Talonschnapsen“. Während dieser Begriff in Deutschland ja durchaus bekannt ist für das Bauernschnapsen mit drei Spielern, werden nicht viele Österreicher diesen Ausdruck jemals überhaupt gehört haben.
Fachausdrücke im Bauernschnapsen (Fortsetzung)
11. Mai 2010
Ebenso lustig kann es mitunter werden, wenn man glaubt, der Ansager wird das Spiel verlieren. Denn hier gibt es zahlreiche Ausdrücke, die dieses bezeichnen. Doch ob nun flecken, schießen oder spritzen – Hauptsache, es gibt die doppelte Punktzahl. Und wenn einer beim Bauernschnapsen „zruckspritzt“, dann muss der Gegenüber nicht gleich Angst haben, dass er nun von Kopf bis Fuß nass wird. Vielmehr verdoppelt der Gegner damit wieder und ist sich sicher, das Spiel zu gewinnen.
Interessant ist dabei übrigens auch, wie unterschiedlich einzelne Sonderspiele gespielt werden. So ist der Plauderer wohl sowohl in Hamburg als auch in Klagenfurt bekannt.
Während eifrige Spieler des Kartenspiels Schnapsen mit Ausdrücken wie Bettler, Plauderer oder Ringerl sofort etwas anfangen können, fragt sich so manch ein Unbeteiligter, um was es hier wohl geht. Denn viel mehr als „Bahnhof“ versteht man nicht, wenn man nicht die diversen Ausdrücke des Schnapsens kennt, insbesondere natürlich beim Bauernschnapsen.
Doch der interessanteste Fakt dabei ist, dass selbst so manch ein eingefleischter Schnapser nicht mit allen Ausdrücken etwas anfangen kann, denn viele der Fachausdrücke werden regional wieder ganz unterschiedlich genannt. So ist der Bettler – bei dem es gilt, keinen Stich zu machen – in manchen Regionen auch als Fechter beim Bauernschnapsen bekannt. Besonders groß sind die Unterschiede um den Ausdruck, wenn es darum geht, alle Stiche machen zu müssen. Spricht man hier im Süddeutschen und Österreichischen vom Gangl oder Ringerl, so ist dies in Norddeutschland eher als Durchmarsch oder Ring bekannt. Differenzen gibt es auch beim Zehnergang oder Zehnerloch, was man in Österreich beim Bauernschnapsen eher als Zehnerhittn kennt. Und so manches Farbensolo kommt im Süden als Farbringerl oder Herrengangl daher.
Schnapsen – die Geschichte
26. Apr 2010
Auch wenn die Geschichte vom Schnapsen sehr kurz ist, so hat doch das Spiel eine lange Tradition. Seit über 200 Jahren wird das Spiel Schnapsen schon gespielt, das wird durch Überlieferungen belegt. Und der Professor Galletti vom Gothaer Gymnasium sagte zu seinen Schülern damals schon: Wenn ihr denkt, Schnapsen ist so leicht wie Geschichte, dann irrt ihr Euch. In einer Stunde kann Geschichte gelernt werden, aber für das Schnapsen muss mehrere Jahre studiert werden, bis es richtig beherrscht wird.
Aber woher stammt der Name? Früher haben die Leute in den Kneipen gerne Karten gespielt. Meistens haben die Leute aber nicht um Geld gespielt, sondern gab es für eine gewonnene Runde in der Regel eine Runde Schnaps. Daraus soll das Spiel den Namen Schnapsen erhalten haben. Schnapsen wird mit dem zweiten Namen oft auch als Sechsundsechzig bezeichnet. Dieser Name soll das Spiel haben, weil zum Gewinnen 66 Augen erreicht werden sollen. Eine dritte Legende zu dem Namen sagt auch, dass das Spiel 1652 in der Schänke am Eckkamp Nr. 66 in Paderborn erfunden worden sei. Daraus soll für das Spiel ein dritter Name entstanden sein: das Paderbörnen.
Das populäre Kartenspiel Schnapsen wird hauptsächlich in Österreich sehr gerne gespielt. Und einer anderen Überlieferung zu Folge soll der Begriff auch in diesem Land entstanden sein. Dort konnten die Leute mittels einer Party ein Getränk „ausschnapsen“, wovon auch der Name abgeleitet sein soll.